Frida Kahlo

mexikanische Malerin des Surrealismus mit Elementen der Neuen Sachlichkeit
 

 

 

 
Frida Kahlo de Rivera wird am 6. Juli 1907 in Coyoacán, Mexiko-Stadt,
als Magdalena Carmen Frieda Kahlo y Calderón geboren und stirbt ebendort am 13. Juli 1954.
Frida KahloFrida Kahlo
Frida Kahlo bezieht sich in ihren Werken oft auf die frühe Kunst Mexikos, die der Azteken und Maya. Zudem reflektiert sie die europäische Kunstgeschichte und befasst sich in ihren Arbeiten mit sozialen und politischen Problemen. Ihre Bedeutung als Künstlerin gewinnt Frida Kahlo in der Aufarbeitung ihres Leidens in ihren Bildern – insbesondere ihrer chronischen Krankheit, aber auch ihrer Eheprobleme. Von ihren 143 Bildern sind 55 Selbstbildnisse.
Im Grunde gibt es nur zwei Körperteile, die Frida Kahlo nie im Stich lassen – ihr Kopf und ihre Hände. Der lebendigen, lebenslustigen, witzigen Frau steht zeitlebens ihr Körper im Wege, gegen dessen Verfall sie sich mit aller Kraft und nicht zuletzt mit ihren Gemälden zur Wehr setzt.
Frida Kahlo SelbstprtraitFrida Kahlo
Ihr Vater, Carl Wilhelm Kahlo, entstammt einer bürgerlichen Familie jüdischen Glaubens aus Pforzheim. 1890 wandert der Vater nach Veracruz aus, ehe er sich als Fotograf in Coyoacán niederlässt. Hier heiratet er in zweiter Ehe die Mexikanerin Matilde Calderón y Gonzalez; Fridas Mutter. Im Alter von sechs Jahren erkrankt Frida Kahlo an Kinderlähmung. Sie behält nach langem Krankenlager ein dünneres und etwas kürzeres rechtes Bein zurück.
Ein Busunglück hat, als sie achtzehn Jahre alt ist, schlagartig ihr Leben verändert. Die Folge der zahllosen Brüche und schwersten Unterleibsverletzungen sind 32 Operationen in 29 Jahren, einengende Gipskorsetts, immer wieder künstliche Streckungen der Wirbelsäule, zahlreiche Folgekrankheiten und dauernde Schmerzen, die Kahlo zum Teil nur mit Alkohol oder anderen Drogen erträgt. Während dieser Zeit kommt sie aus Langeweile auf das Malen, das sie Zeit ihres Lebens ausübt. Im September 1926, mit neunzehn Jahren, malt sie ihr erstes Selbstporträt, das "Selbstbildnis mit Samtkleid".
Frida KahloFrida Kahlo
Um zu überleben, malt sich Kahlo in ihren detailgenauen, überwiegend kleinformatigen Selbstporträts die körperlichen und seelischen Verletzungen von der Seele. Tief verwurzelt in der indianischen Mythologie ihrer Heimat, benutzt sie eine symbolhafte, oft surreale Bildsprache.
Frida KahloFrida Kahlo
Die große Liebe und zentrale Figur ihres Lebens ist der Maler Diego Rivera. Zweimal sind sie miteinander verheiratet, die Beziehung verläuft stürmisch, voller Leidenschaft, Verrat und Zärtlichkeit. Kahlo´s sehnlichster Wunsch, ein Kind mit Rivera, geht trotz mehrerer lebensbedrohlicher Versuche nicht in Erfüllung. Umso mehr kränkt sie ein (offenbar fruchtbares) Verhältnis Diegos mit ihrer jüngeren Schwester. Nach einer Trennung versöhnt sie sich zwar mit beiden, ist jedoch unabhängiger von Rivera geworden und revanchiert sich mit eigenen LiebhaberInnen.
Frida KahloFrida Kahlo
Sie ist eine auffallende Erscheinung. Um sich mit der mexikanischen Revolution für alle sichtbar zu solidarisieren, aber auch für Diego, trägt Kahlo mit Vorliebe mexikanische Tracht, Frisuren und indianischen Schmuck. Die starke Ausstrahlung ihrer Persönlichkeit zieht alle in ihren Bann; ihr Haus, die Casa Azul, wird zum Treffpunkt, besonders für die vielen von Faschismus und Krieg Vertriebenen aus Europa.
Ab 1940 verschlechtert sich Kahlos gesundheitlicher Zustand. 1953 wird ihr der rechte Unterschenkel amputiert. In dieser Zeit unternimmt sie einen ersten Selbstmordversuch. Sie ist oft monatelang ans Bett gefesselt und malt dort mit Hilfe von speziellen Konstruktionen. Den ärztlichen Rat wie so oft in den Wind schlagend, nimmt sie, kaum von einer Lungenentzündung genesen, an einer Demonstration teil. Wenige Tage später, am 13. Juli 1954 stirbt sie in ihrem Haus in Mexiko.
„Ich hoffe, froh zu sterben, und ich hoffe, niemals wiederzukommen.“ (Tagebucheintragung kurz vor Kahlos Tod)
“I paint self-portraits because I am so often alone, because I am the person I know best.”
Fotos: entnommen aus dem Internet.
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