Viktor Safonkin

 
(geboren am 22. August 1967)
„Jedes Mal, wenn ich die Farbe aus der Tube drücke, kann ich nicht widerstehen, ihren Wohlgeruch einzuatmen. Ein unbeschreiblich gemischtes Gefühl der Unruhe und der Begeisterung erfüllen mich dabei. Bildliche Erinnerungen aus der Kindheit, der Vergangenheit, der Zukunft und der Gegenwart überfallen mich. Es gibt in diesen Erinnerungen etwas, das ich noch nicht verstanden habe, aber wonach ich strebe. Es ist wie der Leuchtturm, der den Weg zeigt. In dieser gewöhnlichen Tube ist Substanz, welche erlaubt, die Welten zu schaffen, die Zeit anzuhalten und den seligen Zustand des Glücks und der Ruhe der unwiderruflich vergangenen Kindheit zu schaffen.“

Du meine Seele

Du meine Seele (für Beksinski), 2005, Öl auf Leinwand, 75x70 cm
Plötzlich flatterten die erwachten blauen Vögel auf. „Gehe - haben ‚sie’ mir leise gesagt – und soll der Wind des Traums dich dorthin bringen, wo die Formen erhobener Gedanken zu Hause sind und wo sie ihren Himbeer- und Schneegeruch ausbreiten.“

Die Soldaten im Paradies

Die Soldaten im Paradies, 2003, Öl auf Leinwand, 80x75 cm
„Es ist schon sehr lange her... In alten Zeiten, als die Engel ihre Nester an dem Himmelsgewölbe bauten und ich noch nicht geboren war, aber schon mehrmals starb...“

Soldier of the Apocalypse

Soldier of the Apocalypse, 2007, Öl auf Leinwand, 120x100 cm
Wir sind Bestandteil eines unbestimmten und unbegreiflichen Sinn des Lebens. Es ist ein Paradoxon, welches mit einer Riesenwolke zu vergleichen wäre, die über dem Horizont in einer Höhe schwebt und von ihrer Größe beeindruckt. Und diese ist in derselben Zeit nicht zu erfassen beziehungsweise unmerklich, formlos und unendlich!

Gesellschaft von guten Absichten und geheimen Plänen

Gesellschaft von guten Absichten und geheimen Plänen, 2003, Öl auf Leinwand, 85x2000 cm
Sterben wir schneller und kehren nach Hause zurück. Und die dreifach zusammengelegten Briefe von der Front von jenen, die nicht genug Liebe erhalten hatten, erreichen nicht mehr jene, die nicht heimkehrten. Wir sind ewig auf dieser unüberwindbaren Höhe.

Zwei Einsamkeiten

Zwei Einsamkeiten. Der Beginn. 2004, Öl auf Leinwand, 80x120 cm
Ob es möglich ist, die Nervenspannung von Van Gogh in der Schwärze des Leidens zu erreichen, die unvermeidliche Vergangenheit anzuhalten, die Zukunft zu bedauern, verrückt zu werden, indem man Definitionen festlegt, und sich verrechnet, den Verstand mit globalem Sinn logischer Formeln zu verrenken und zu wenden, indem man die Einsamkeit vergrößert? All das wurde schon von jemandem erdacht, all das gab es nicht und wird es nie geben, und unsere Gefühle befinden sich außerhalb des Raum-Zeituniversums.

Die Kugel einer grenzenlosen Liebe

Die Kugel einer grenzenlosen Liebe, 2005, Öl auf Leinwand, 85x200 cm
Während wir auf den Hügeln aus Hülsen schlummern und mit den Gewehrschlössern schnappen, haben wir uns so sehr an die Krige gewöhnt, dass der Tod für hunderte von Menschen etwas Natürliches wird. Dabei zielen wir, schießen auf sie und flüstern mit trockenen Lippen, dass wir lieben und glauben.

Guardian Angel

Guardian Angel, 2007, Öl auf Leinwand, 100x95 cm
In den Augenblicken, wenn wir schwach und unsere Taten verantwortungslos sind, wenn wir jemanden verraten, jemandem etwas wünschen, was kein Glückwunsch ist, beugen sie sich und lassen ihre Tränen fallen, weil wir ihre Kinder sind. Und jedes Mal, wenn wir uns zerstören oder uns vernichten, wird ihre Liebe immer stärker. Sie wissen im voraus, welche Leiden uns erwarten und wünschen uns das, was wir unseren Kindern wünschen. Sie lieben uns so, wie sie wollen, dass auch wir lieben. Und jedes Mal zucken sie zusammen, wenn sie unseren Schmerz fühlen. Und sie freuen sich jedes Mal, wenn es uns gelingt, das Unüberwindliche zu überwinden. Unsere Engel, verlasst uns nicht! Wir werden euch bald wahrnehmen, wir werden erwachsener, reiner und werden es endlich lernen zu lieben.