Gustav Klimt

 
(geboren am 14. Juli 1862 in Baumgarten bei Wien, gestorben am 6. Februar 1918 in Wien-Neubau)
Gustav Klimt war zu Lebzeiten einer der umstrittensten, aber auch beliebtesten Künstler der Jahrhundertwende. Von der Wiener Gesellschaft wurde er wegen der erotischen Ausstrahlung seiner weiblichen Porträts gesucht. Er ist zweifellos der bedeutendste Künstler des Jugendstils in Österreich, nimmt aber auch im internationalen Maßstab eine Spitzenstellung ein. Dennoch wurde besonders in der deutschsprachigen Kunstkritik der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Klimts Werk teilweise völlig ignoriert, teils als reine Dekorationsmalerei abgetan. Erst später wurde seine statische Flächenhaftigkeit als richtungsweisend für die Entwicklung der modernen Malerei erkannt (Kubismus, abstrakte Malerei).

Der Kuss

Der Kuss, 1908, Öl auf Leinwand, 180x180 cm (Sammlung Galerie im Belvedere/Wien)
Der Kuss ist eines der bedeutenden Werke von Gustav Klimt und ebenso der Malerei des Jugendstils. Es gilt zudem als das bekannteste Gemälde des Malers, da es durch Reproduktionen in vielerlei Form weit verbreitet wurde. Es entstand 1908, einer Zeit die als Klimts goldene Phase bezeichnet wird und aus der seine populärsten Arbeiten stammen. Ursprünglich hatte es den Titel Liebespaar und wurde in der Kunstschau 1908 vom damaligen kaiserlich-königlichen Ministerium für Kultur und Unterricht um die hohe Summe von 25.000 Kronen erworben und an die 1903 im Sommerschloss des Prinzen Eugen am Rennweg eingerichtete Neue Galerie (heute Österreichische Galerie Belvedere) übergeben. Das quadratische Gemälde ist mit Öl auf Leinwand gemalt und mit 180×180 Zentimetern von beachtlicher Größe. Seine vorherrschende Materialwirkung ist die der Nichtfarbe Gold.

Bildnis Mäda Primavesi

Bildnis Mäda Primavesi, um 1912, Öl auf Leinwand, 110x150 cm (Metropolitan Museum of Art/New York)
Der Künstler pflegte enge Beziehungen zu einigen seiner Auftraggeber, die vornehmlich aus dem assimilierten jüdischen Wiener Großbürgertum stammten. Klimt war nie verheiratet, hatte aber zu mehreren Frauen intime Beziehungen, insbesondere zu seinen Modellen aus den großbürgerlichen Kreisen. Wie weit die Beziehung mit den von ihm porträtierten Frauen seiner Auftraggeber ging, etwa mit Serena Lederer, der Gattin von August Lederer oder mit Adele Bloch-Bauer, der Gattin des Zuckerindustriellen Ferdinand Bloch-Bauer, ist Spekulation. Elisabeth Bachofen-Echt, die Tochter Serena Lederers erreichte während der Zeit des Nationalsozialismus jedenfalls einen „Abstammungsbescheid“, durch den die außereheliche Vaterschaft des „arischen“ Gustav Klimt amtlich bestätigt wurde, was ihr vermutlich das Leben rettete. Enge Beziehungen bestanden auch zu Alma Mahler-Werfel und Emilie Louise Flöge, für deren Modesalon Klimt Entwürfe zu Reformkleidern anfertigte.

Bildnis Adele Bloch-Bauer I

Bildnis Adele Bloch-Bauer I, 1907, Öl, Silber und Gold auf Leinwand, 138x138 cm (Neue Galerie/New York City)

Der Gesamteindruck des Bildes wird von Gesicht und Händen im rechten oberen Viertel beherrscht, die - realistisch dargestellt - gegenüber dem ornamental fließenden Goldton des restlichen Bildes hervortreten und den Blick des Betrachters auf sich ziehen.

Die Bildkomposition ist vertikal deutlich in zwei Hälften geteilt: in der rechten Hälfte ist Adele Bloch-Bauer dargestellt, die linke Hälfte ist dagegen fast leer, zeigt einen lediglich angedeuteten Innenraum, in dem im unteren Drittel des Bildes der weite Saum des Kleides oder Mantels der Porträtierten hineinreicht. Die schmale Figur steht scheinbar aufrecht, sitzt oder lehnt jedoch bei genauerem Hinsehen auf einem Polstersessel und nimmt die gesamte Vertikale des Bildes ein, der Kopf scheint am oberen Bildrand geradezu abgeschnitten.

Ausschnitt aus Die drei Lebensalter

Ausschnitt aus Die drei Lebensalter, 1905, Öl auf Leinwand, 180x180 cm (Galleria Nazionale d’Arte Moderna/Rom)
1905 trat Klimt mit einer Gruppe anderer Künstler, unter anderem Carl Moll, aus der Secession aus, weil ihm einige Malerkollegen einen zu „naturalistischen“ Stil verfolgten, unter anderem Josef Engelhart. Seine Bilder wurden aus dem Secessionsgebäude entfernt. 1908 hatte die aus der Secession ausgetretene Klimt-Gruppe ihre erste Ausstellung.

Bauerngarten mit Sonnenblumen

Bauerngarten mit Sonnenblumen, ca. 1912, Öl auf Leinwand, (Österreichische Galerie Belvedere/Wien)
Klimts weltberühmte Gartenbilder entstanden 1905-06 in Litzlberg am Attersee. Die Landschaftsbilder vereinen sich zu farbenfrohen Szenerien von harmonischer Geschlossenheit, die einen Blick auf die überwältigende Schönheit von Gärten und Wiesen gewähren.