Meisterwerke von Ernst Fuchs

 


Der selige Chopin oder der Heilige Ludwig, Öl auf Leinwand, 90x70 cm

Der selige Chopin und der Ludwig van Beethoven, begonnen 80erJahre – vollendet 2010, Öl auf Leinwand,
90x70 cm

Beim Malen dieses Bildes wollte Ernst Fuchs ursprünglich ein Gewitter darstellen. Während der Arbeit am Kunstwerk entstand wie von Zauberhand plötzlich ein Gesicht. Erst war die Ähnlichkeit mit Chopin gegeben, doch vollendet wurde daraus Ludwig van Beethoven.


Ludwig van Beethoven
 
 Ludwig van Beethoven


Der Auferstandene

Der Auferstandene, 1952-55, Aquarell, Deckweiß, 40x45 cm (Sammlung Ernst Fuchs Privatstiftung)
Hauptwerk aus der Epoche der miniaturistischen Bilder. Einfluss von Van Eyck und Fouquet. Beginn der Reihe der ikonographischen Arbeiten. Symbole jüdisch und christlich. Hauptarbeit der Reihe sind 3 Altarbilder in der Rosenkranzkirche in Wien-Hetzendorf. Einfluss der flämischen Malerei, sowie Liebe zu klaren Farben.

Bar Mizva (Selbstporträt Der Prinz)

Bar Mizva (Selbstporträt Der Prinz), 1956, Mischtechnik auf Holz, 31x60 cm, (Sammlung Ernst Fuchs Privatstiftung)
Im Judentum ist Bar Mizva der Begriff, der die religiöse Mündigkeit für Knaben im Alter von 13 Jahren bezeichnet. Der Begriff bezeichnet einerseits den Status des religionsmündigen jüdischen Jugendlichen, andererseits den Tag, an dem dieser die Religionsmündigkeit erwirbt und die oft damit verbundene Feier.

Der Anti-Laokoon (Laokoon Victor)

Der Anti-Laokoon (Laokoon Victor) 1965, Bleistiftzeichnung auf kreidegrundierten Stoff- und Papierappliken, 150x200 cm, (Sammlung Ernst Fuchs Privatstiftung)
 Kampf gegen das Monstrum oder die Überwindung des Todes durch die Prophetie. Neo-Manierismus, über Michelangelo und Romano hinausgehend, Formen der europäischen und vorderasiatischen Kunst.

Madonna vor dem Sonnenuntergang Der Galiläer (Christus am Ölberg)

Madonna vor dem Sonnenuntergang, 1980-82, Mischtechnik auf Hartfaserplatte, 160x200 cm
Der Galiläer (Christus am Ölberg), 1980-81, Mischtechnik auf Hartfaserplatte, 200x200 cm 
„Beten – verhalten – ganz in sich gekehrt – reich verschlungner Knoten – Hände beten.“
Im Stil des 19. Jahrhunderts gemalt, ist dies die Fortsetzung einer Tradition, die vor allem von der Nazarener Schule im 19. Jahrhundert sehr gern ausgeübt wurde: Motive alter Meister werden aufgegriffen und in eigene Gemälde eingesetzt.

Die Einkleidung der Esther

Die Einkleidung der Esther, 1966-83, Öl auf Holztafel (Sammlung Ernst Fuchs Privatstiftung)
Dieses große Gemälde ist fixer Bestandteil des „Blauen Salons“ in der Ernst Fuchs Villa in Wien/Hütteldorf. Das Thema Esther gehört zu den bevorzugten Motiven von Ernst Fuchs, aufgrund all seiner schweren orientalischen Sinnlichkeit, seiner sakralen Magie, der geheimnisvollen Auferstehung alter jüdischer Legenden um die Hoffnung auf die Befreiung des auserwählten Volkes. 

Lohengrin aus dem Lohengrin-Zyklus

Lohengrin aus dem Lohengrin-Zyklus, 1977, Aquarell, 56x76 cm (Sammlung Ernst Fuchs Privatstiftung)
Lohengrin ist eine romantische Oper in drei Akten des deutschen Komponisten Richard Wagner. Sie spielt vor einem historischen Hintergrund (Brabant in der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts). Die Uraufführung war am 28. August 1850 in Weimar im Großherzoglichen Hoftheater. Grundlage des Stoffes ist die Gestalt des Lohengrin in Wolfram von Eschenbachs mittelhochdeutschem Versepos Parzival.

Die Hure Babylon

Die Hure Babylon, 1995, Öl-Eitempera-Mischtechnik auf Holztafel, 150 x 190 cm
Diese Komposition ist ein Teil eines großen Werkes, das  Ernst Fuchs im Jahre 1990 begann. Die Ausgestaltung der Apokalypsekapelle in der Stadtpfarrkirche Klagenfurt nahm zwei Jahrzehnte in Anspruch.  Dieser Entwurf verdeutlicht mit seinen gegenständlichen Formen das Wesen der Phantastischen Kunst. Der Künstler übersetzt den Text der Apokalypse – hier das Strafgericht über Babylon – in phantastischer Ausformung in sein Werk.  „Und ich sah ein Weib auf einem scharlachroten Tiere sitzen; das Tier war ganz voll von lästerlichen Namen und hatte sieben Köpfe und zehn Hörner. Und das Weib war in Purpur und Scharlach gehüllt und überladen mit Schmuck aus Gold und Edelsteinen und Perlen; es hielt einen Becher in seiner Hand, ganz voll von Abscheulichkeiten und von dem Unrat seiner Unzucht“. Ernst Fuchs schöpft aus seiner Farbpalette und erweckt das Bild vor allem durch seine starken Farbkontraste zum Leben.

Der Wächter des Paradieses

Der Wächter des Paradieses, 1994, Öl-Tempera-Mischtechnik auf Papier, 61 x 150 cm
Dieses Werk von Ernst Fuchs ist im Zusammenhang mit seinen Arbeiten für die Apokalypse-Kapelle in der Stadtpfarrkirche in Klagenfurt entstanden. Das Thema der  Darstellung von Engeln und Lichtwesen beschäftigte den Künstler seit der ersten Lektüre der Bibel in seiner Jugendzeit. Im Unterschied zu den zum Teil erschreckenden Engelsdarstellungen in der Frühzeit lässt er diese Wesen nun majestätisch erscheinen. Die schmale Figur des androgynen Engelswesens wird durch die manieristische Längung besonders betont. Durch die Farbigkeit und Symmetrie verweist diese Darstellung auf die Vorliebe von Ernst Fuchs für den Jugendstil.

Sonne des Universums

Sonne des Universums, 1980, Öl auf Leinwand 90 x 70 cm
Die „Sonne des Universums“ ist ein wichtiges Beispiel für das Schaffen von Ernst Fuchs in den Achtzigerjahren. Der Künstler  löst sich von der Schwarz-Weiß-Tendenz  seiner Werke und zeigt nun in seinen Bildern eine wahre „Farbenexplosion“ , die ab nun typisch für seine Kunst wird. Den Umgang mit Farbe, mit Licht und Schatten eignete er sich schon sehr früh durch das genaue Studium der Alten Meister und deren Malereitraktate an.  Das Licht der Sonne, das der Künstler in Spektralfarben auflöst, ist für die Menschheit die Grundlage des Lebens und Überlebens. Für den Betrachter gibt dieses Bild eine Vorahnung des Paradieses.

Portrait Eva-Christina

Portrait Eva-Christina, 1960-1962, Mischtechnik, Eitempera, Harzöllasur auf Holzfaserplatte, 76 x 57
Ernst Fuchs portraitiert in altmeisterlicher Manier die junge Eva-Christina und stellt sich mit dieser Darstellung in die Reihe der Maler der vergangenen Jahrhunderte. „Eva hat mein Leben, mein Denken, meine Kunst ernorm beeinflusst“.  Der Meister beginnt das Werk in Korsika in einer niedrigen, fensterlosen Hütte. Dort war der einzige Ort, in der blendenden Schärfe der Sonne Farben zu sehen, um das Bildnis der Geliebten zu malen. Ernst Fuchs und Eva-Christina heiraten 1961 und werden die Eltern der Kinder Emanuel, Angelika, Tillmann und Marie.

Papagena

Papagena, 1984, Pastell, 70 x 50 cm

Ab Mitte der Siebzigerjahre arbeitet Ernst Fuchs für den Film und das Musiktheater. In dieser Zeit stattete er auch W. A. Mozarts Oper „Die Zauberflöte“ aus. „Die Zauberflöte ist für mich eine phantastische Oper und deshalb für einen phantastischen Maler besonders reizvoll“.

In den Achtzigerjahren nimmt der Meister das Thema im Pastell wieder auf. Auch in dieser Technik  verblüfft Fuchs mit der für ihn so typischen explosiven Farbigkeit und erweckt Papagena durch die starken Farbkontraste zum Leben.

Abendmahl

Abendmahl, 1996, Öl-Eitempera Mischtechnik auf Leinwand, 100 x 100 cm
Nach seiner Auferstehung erschien  Jesus seinen Jüngern in Emmaus „..als er mit ihnen zu Tische war, nahm er das Brot, sprach ein Segensgebet, brach und gab es ihnen.“ Die Stelle der Jünger nehmen in diesem Werk Emanuel, Angelika, Tillmann und Marie, die Kinder des Künstlers aus seiner Ehe mit Eva- Christina, ein. Durch die Taufe wurden sie Mitglieder der katholischen Kirche und stehen nun am Tisch des Herrn in Erwartung der Kommunion.  Die Bedeutung des Todes von Jesus von Nazareth für die Menschheit und die Entstehung der katholischen Kirche thematisiert Ernst Fuchs in diesem außergewöhnlichen Werk im altmeisterlichen Stil.
 
David und Bathseba

David und Bathseba, 1993, 133 x 78 cm, Öl-Eitempera Mischtechnik auf Leinwand
Ernst Fuchs behandelte das Thema des alttestamentarischen Königs David und seine Liebe zu der schönen Bathseba, die jedoch die Frau eines Anderen ist,  in verschiedenen Varianten. Dieses Bild mit seiner außergewöhnlichen Farbenpracht ist wohl eines der schönsten dieses Themas. Der Meister bricht nun aus seiner eigenen Tradition aus, man erkennt einen deutlichen Wandel von der altmeisterlichen Lasurtechnik zu einer sehr freien, virtuosen Gestaltungsweise. Er übersetzt das Licht in die Skalen der Farben. Zwischen Meisterschaft und Freiheit, zwischen Form und Auflösung gerät die Farbe in Bewegung.