Akt-Malerei von Ernst Fuchs

 

 
Judith

Judith, 1990-2003, Öl-Tempera-Mischtechnik, 130 x 114 cm
Das Vorbild für diese Abbildung findet Ernst Fuchs in der alttestamentarischen Erzählung der schönen und gottesfürchtigen Heldin Judith. Sie wird zur Retterin des jüdischen Volkes, indem sie Holofernes mit seinem Schwert enthauptet und damit einen mörderischen Krieg beendet. Judith, nach der Tat noch mit dem Schwert in der Hand, triumphiert über dem Haupt des Holofernes. Ihre Figur zeigt den Idealakt des Künstlers – eine schöne junge Frau mit ausladenden Hüften – ein ewiges Sinnbild einer Liebes- und Fruchtbarkeitsgöttin. Mittels des Kolorits erreicht Fuchs, dass das Bild von innen her zu leuchten scheint.

 
Cinderella

Cinderella, 1988-1998, Öl/Leinwand 110 x 180, Ernst Fuchs-Stiftung Wien
Das Thema „Cinderella“ nimmt Ernst Fuchs zum Anlass für eine Aktdarstellung und lässt es zu einem Märchen für Erwachsene werden. Besonders in diesem Werk wird das Interesse des Künstlers an der Arbeit für Bühnenbilder und Kostümausstattungen sichtbar.  Cinderella ist vom Ball zurückgekehrt und hat ihr prunkvolles Gewand abgelegt. Dieses umfasst sie nun wie eine Muschel und gibt ihr die Gestalt einer märchenhaften Venus. Der Betrachter, dem sie sich mit geschlossenen Augen sinnlich zuwendet, wird zu ihrem Liebhaber. Durch das Dunkel ihres Gewandes – das virtuose Spiel mit Licht und Schatten – wird die Haut von Cinderella verführerisch zart hervorgehoben.

Cul du Monde

Cul du Monde, 1999-2003, Öl-Tempera Mischtechnik auf Tafel, 196 x 295 cm
 In seinem Spätwerk schöpft Ernst Fuchs souverän aus seiner Farbpalette und erweckt seine Bilder vor allem durch ihre starken Kontraste zum Leben. Er verbannt nun das Hässliche aus seinen Bildern und zeigt das Schöne. Dass das Mysterium der Sexualität und Erotik für ihn noch nicht gänzlich erklärbar ist, zeigt die zarte Verhüllung dieses „Cul du Monde“, der durch das virtuose Hell-Dunkel  das Bild dominiert. Die Hand mit dem Schwert, aus dem Himmel ragend, scheint ein Gegenpol  zu dieser aufreizenden Darstellung zu sein.
 
Die Entschleierung der Diana

Die Entschleierung der Diana, 1988, Öl auf Leinwand, 170 x 195 cm 
Die römische Göttin Diana steht hier für das Inbild des ewigen Mysteriums der Frau. In vielen Werken beschäftigt sich Ernst Fuchs mit diesem ihn fesselnden Thema. „Das Bilden der Gestalten hat für sich etwas Entblößendes – ihre Verhüllung zu gestalten, ist für mich ein wahnhaftes Bedürfnis. Erst im Gewand klingt an in Farbe und Form, in Dynamik, was den Körper bewegt – die Seele, der Geist“.  Fuchs findet nun zu einem neuen  Darstellungsmodus. Man sieht in seinen Bildern eine neue, viel freiere Gestaltungsweise, die seine Werke zum Strahlen bringen und von innen her zu beleuchten scheinen.
 
Sphinx in Eva
 
Sphinx in Eva, 1965, Gouache, Buntstifte 38 x 53 cm, Privatbesitz
Der Versuch einer  Erklärung  des Mysteriums der Sphinx begleitet das Werk von Ernst Fuchs bis in die Gegenwart. In verschiedenen Ausformungen erscheint sie dem Kunstkenner – in bildlicher Darstellung, in der Skulptur und Schriften. Eva-Christina, die Gattin des Künstlers,  wird zur Sphinx. In der erotischen Ausformung ihrer Gestalt wird sie zur Verführerin, Gebärerin und Urmutter. Fuchs möchte mit seinen Darstellungen des Frauenleibes die Emotionen im Betrachter hervorrufen, die ihn erfüllen und Wurzeln seines Schaffens sind.
 
Sphinx´ Erwachen

Sphinx´ Erwachen, 1966, Buntstift, Deckweiß auf Papier 
Ernst Fuchs sieht die Abbildung der Sphinx als Symbol für die Verkörperung von Materie schlechthin. Im Werk von Ernst Fuchs nimmt sie, wie kein anderes Wesen aus den Mythen, eine zentrale Stellung ein  und erscheint ihm in verschiedenen Gestalten. Sie wandelt sich in seiner Kunst vom Urtier zur Darstellung des Leiblichen und Sexuellen. Fuchs behandelt das Thema  in unzähligen Bildern, Skulpturen und Schriften und verdeutlicht seinen Wunsch, ein Gesamtkunstwerk zu schaffen.  Hier erscheint uns Sphinx als sehr junges, schüchternes  Mädchen mit aufkeimender Sinnlichkeit.
 
Gruppe in einem Zimmer

Gruppe in einem Zimmer (Fragment), 1948, Weiße Tempera auf rotem Grund auf Sperrholz
Für Ernst Fuchs ist der Leib des Menschen, besonders der Körper der Frau, ein Spiegel der gesamten ihm bekannten Schöpfung. An der Darstellung des nackten Körpers der Frau hatte der Künstler beobachtet – was auch im Wechsel der Geschichte sichtbar wird – dass das Nackte als göttlich oder als obszön empfunden werden kann.  Schon im Frühwerk des Meisters unterliegen die Frauenkörper den für Fuchs auch später typischen Längen- und Breitenstreckungen. Die Erotik der dem Abbild der Urmutter gleichenden Frauen wird dadurch noch stärker hervorgehoben.
 
Daedalos und die Nymphe

Daedalos und die Nymphe, 1975-1978, Aquarell, 44 x 100 cm, Ernst-Fuchs-Stiftung

Diese Jahre bezeichnen den Beginn der monumentalen Hauptwerke. Ernst Fuchs beschäftigte sich intensiv mit Musik und Mythologie, es entstehen Arbeiten für die Oper, den Film und die Bühne.

Marcel Brion erklärte die Mystik der Bilder von Fuchs damit, dass sie nicht auf einer historischen Darstellung beruhen, sondern auf einer Mythologie ohne Vorbilder, gipfelnd in hybrider Vermählung von Hybridem, von ihm selbst erfunden oder wiedergefunden.  Der Nymphe, durch die Zartheit ihrer Gestalt in der bildlichen Darstellung dem überragend großen Mann unterlegen, wird es doch durch ihre Weiblichkeit und Erotik gelingen, ihn zu bezwingen.
 
Sphinx-Kallipygos

Sphinx-Kallipygos, 1965, Gouache, 36 x 55 cm
Die Entschlüsselung des Mysteriums der Sphinx beschäftigt Ernst Fuchs in bildlichen Darstellungen, in der Skulptur und in Schriften. Bereits das Lächeln ihres Mundes signalisiert eine Aufforderung an den Betrachter, die Rätsel des Lebens zu lösen. Der Künstler liest die Zeichen der Antworten nicht nur vom Mund der lächelnden Sphinx ab, er entziffert sie an ihrem ganzen Körper. Die Sphinx  erhält in diesem Werk die Gestalt einer sinnlichen, kauernden weiblichen Figur mit ausgeprägten Körperteilen, sie wird zu einem Inbild der Urmutter.
Die Darstellung des weiblichen Körper beschäftigt die Kunstgeschichte seit Jahrtausenden. Für Ernst Fuchs ist dieses Thema eine der Säulen seiner Kunst. Er sieht besonders im Körper der Frau einen Spiegel der gesamten Schöpfung. Der Leib kann ein Gefäß des Todes wie auch des ewigen Lebens darstellen. Dem Künstler ist bewusst, dass das Nackte als göttlich oder aber auch als obszön empfunden werden kann. Fuchs möchte mit seinen Darstellungen des Frauenleibes die Emotionen im Betrachter hervorrufen, die ihn selbst erfüllen und Wurzeln seines Schaffens sind.
 
Brust-Bild

Brust-Bild, 1965, Gouache, 47 x 31 cm
 
Im Rosenhang

Im Rosenhang
 
Orientalisches Mädchen

Orientalisches Mädchen, 1946
Das Portrait – gleichsam das Malen nach der Natur – war ein wichtiges Thema an der Akademie der bildenden Künste, die Ernst Fuchs zu dieser Zeit besuchte. Für den Künstler war es eine faszinierende Herausforderung, stilisierend und idealisierend mit den Zügen der Portraitierten  umzugehen. Im ersten Jahr nach dem Krieg waren es vor allem Flüchtlingskinder, die als Modelle posierten. In diesem Bild orientierte sich Ernst Fuchs an der jungmädchenhaften Schönheit von Madonnen.
 
Eva-Sphinx

Eva-Sphinx, 1965, Gouache, 48 x 46 cm
Eva-Christina, Gattin und Muse, wird hier zur Sphinx. Die Darstellung der Gestalt und des Wesen dieses Mysteriums beschäftigte Ernst Fuchs über Jahrzehnte in der Malerei, Grafik, Skulptur und als Schriftsteller. Ohne visionäre Verformungen ihres Körpers tritt Eva-Christina dem Betrachter als selbstbewusstes Modell mit verschränkten Armen gegenüber. Das Dunkel des Hintergrundes hebt die helle, zarte Haut Ihres Körpers besonders hervor.
 
Aktstudie

Aktstudie, 1970, Pastell , 49 x 64 cm
 
Sphinx in Versenkung

Sphinx in Versenkung, 1965, Gouache, 32 x 49 cm
 
Vierviertel Pan

Vierviertel Pan, 1968, Acryl