Über Alfred Kornberger

 (geboren 3. Juli 1933, gestorben 2002)
 
Text von Dieter Schrage, 1990, aus dem Buch „Alfred Kornberger – Bilder und Graphiken aus den Jahren 1974-1990“
 
 


Sitzende Schönheit

Sitzende Schönheit, 1984, Ölkreide auf Papier, 67x80 cm 

Die Malerei unserer Zeit ist bunt, d.h. bunt im Sinne von vielfältig, pluralistisch. Vieles ist gleichzeitig möglich: Abstraktes, Figuratives, Expressives, Konstruktives, Konzeptionelles, Politisches. Avantgarden lösen sich ab und bekämpfen sich. Traditionen werden bewahrt. Neue Stile werden gepuscht. Und vieles, auch scheinbar sich Widersprechendes, hat gleichzeitig seine Bedeutung.


Sinnierende

Sinnierende, 1985, Rötelzeichnung auf Papier, 55x75 cm


Die Lust, sich zu vereinen

Die Lust, sich zu vereinen, 1985, Ölkreide auf Papier, 76x106 cm

In das Bewahrende, betont Malerische, ist das Schaffen von Alfred Kornberger einzuordnen. „Der Bursch mit der Malerpratzn“ war der Titel eines Beitrages, den ich einmal in einer Zeitschrift über den Künstler geschrieben habe. Ich sah und sehe auch heute noch einen richtigen guten („alten“) Maler. Er ist einer, der hinlangt. Einer, bei dem alles sitzt. Wirklich einer mit einer „Malerpratzn“.


Aus dem Zyklus Moulin Rouge

Aus dem Zyklus Moulin Rouge, 1985, Sepia + Tusche auf Papier, 24x33 cm

 
Aus dem Zyklus Moulin Rouge

Aus dem Zyklus Moulin Rouge, 1986, Tusche auf Papier, 21x31 cm

Zahlreiche Bilder und Arbeiten auf Papier hat Kornberger auch den Tänzerinnen aus dem „Moulin Rouge“ in Wien gewidmet: dominierend hier die „Künstlerinnen“, oft ins Exotische oder auch in eine Walküren-Erotik übersteigert. Frauen wie aus einem Fellini-Film, Domestiken oder Masken oder Männer.
 
Aus dem Zyklus Moulin Rouge


Aus dem Zyklus Moulin Rouge, 1986, Bleistift und Buntstift auf Papier, 21x30 cm

 Hervorzuheben ist, dass Kornberger das Sinnliche, Lustbetonte seines Themas vor allem umgesetzt hat in eine sinnliche, lustbetonte Malerei. Das machen die Farben, der Farbauftrag, die Geste des Malens, die Komposition deutlich.
 
In Erwartung


In Erwartung, 1985, Gouache, 76x106 cm

 So wie die Frauen, die Modelle, zur Kunst von Alfred Kornberger gehören, so gehört auch das Atelier zu seinem künstlerischen Schaffen, als Ort der Arbeit, als Ort seiner Schülerinnen und Schüler, als Ort von Atelierfesten und Motiv mehrerer, formaler gekonnter Interieur-Bilder.

Sitzende 


Sitzende, 1970, Pastell auf Papier, 56x66 cm

„Wer die Freude im Herzen hat, braucht nicht weit zu wandern, um froh zu sein; wer sie nicht hat, kann bis ans Ende der Welt fahren und wird nicht glücklich sein.“                                                 
Alfred Kornberger